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Südwestpresse zum Herbstkonzert 2015

Ein roter Taktstock für die Neue

VON SUSANNE ECKSTEIN

 

Ein großer Erfolg war das Herbstkonzert des Nachwuchsorchester (NWO) der Jungen Sinfonie unter der neuen Orchesterleiterin Maria Eiche.

Es ist ein Phänomen: Das Nachwuchsorchester der Jungen Sinfonie mit seinem steten Erneuerungsprozess. Derzeit verzeichnet es einen rekordverdächtigen Zulauf, Wartelisten mussten her, und die Orchester zählen (je nach Besetzung) über 60 Köpfe.

In dieser Situation mit zahlreichen "Neuen" den Dirigentenstab zu übernehmen, dürfte für die neue Orchesterleiterin Maria Eiche nicht einfach gewesen sein. Auch das Herbstkonzert-Publikum war bemerkenswert, der große Saal der Stadthalle war - bei freiem Eintritt gegen Spende - randvoll mit Familien und Freunden quer durch alle Altersklassen, Babies inklusive. An einem Musiker-Vater sollen gar rote Socken in der NWO-Farbe gesichtet worden sein. Und alle waren voll dabei, niemand klatschte an der falschen Stelle.

Den Anfang machten nach einer kurzen Ansage von Dirigentin Maria Eiche die Streicher. Nicht nur kopfzahlmäßig stark, sondern auch technisch-musikalisch: Tschaikowskis "Elegie für Streicher", 1884 als Dankesgruß an einen verdienten Schauspieler komponiert, musizierten sie mustergültig, mit einem Auge auf das klare und differenzierte Dirigat und einem wachen Ohr für Zusammenspiel, Feinabstimmung, Klang- und Ausdrucksnuancen; die Melodie wurde wie ein Juwel auf Watte getragen.

Nicht im Programm verzeichnet waren die Überraschungen, für die die Junge Sinfonie samt NWO berühmt-berüchtigt ist. Die erste bestand in der nachträglichen Verabschiedung des bisherigen Dirigenten Konrad Heinz, nicht nur mit der NWO-obligatorischen Rose, sondern auch einem gemeinsamen Kanon: "Lieber Konz" (nach Mozart); der ganze Saal sang mit.

Als Gast-Solistin am Flügel war Isabelle Haas dabei, Schülerin der Reutlinger Pianistin Angela-Charlott Linckelmann (ehemals Bieber) und Junge-Sinfonie-Geigerin(!). Ihr gelang eine einfühlsame und klangschöne Interpretation von Robert Schumanns "Introduktion und Allegro appassionato op. 92", einem kleinen Schwesterwerk des romantischen a-Moll-Klavierkonzerts. Hätte sie vielleicht mehr Dominanz und Kante zeigen sollen? Dadurch, dass sie sich (wie von Schumann komponiert) eng ins Orchesterspiel einbinden ließ, wurde ihre poetische Virtuosität streckenweise von dem weniger nuanciert aufspielenden Orchester überdeckt.

Doch man bedenke: Die Besetzung ist quasi neu und muss sich erst noch einspielen. Vor allem die Holzbläser haben noch an der Intonation zu feilen. Hat dafür die Zeit gefehlt? In Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur, die den zweiten Teil des Konzerts bildete, fielen sie durch ungleiche Tonhöhen auf.

Die Bläser brauchen wohl generell noch Zuwendung, abgesehen von den beiden Trompetern, die ihre Sache hervorragend machten. Ansonsten war ein so stil- wie schwungvoller Beethoven zu erleben, von dem groß besetzten Klangkörper mit disziplinierter Begeisterung durchlebt, von Maria Eiche taktfest inspiriert und zusammengehalten. Den unvermeidlichen Schwierigkeiten wurde mit dem Geist des Aufbruchs, der der Partitur innewohnt, und frisch voran getriebener Bewegung mutig die Stirn geboten, vom Publikum am Ende mit Jubel quittiert. Nach Maria Eiches Dankesworten war längst nicht Schluss. Als weitere Überraschung trat nochmals Konrad Heinz auf die Bühne und überreichte ihr - was es nicht alles gibt! - einen Taktstock in leuchtendem NWO-Rot. Damit ließen sich gleich die zwei begeistert erklatschten (und gesungenen) Zugaben dirigieren. . . (SWP)

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Reutlinger Generalanzeiger zum Herbstkonzert 2015

Heiteres und Dramatisches

VON HEIKO REHMANN

 

REUTLINGEN. Triller und Tremolo, sanfte Streicher-, wilde Bläserklänge: Am Sonntagabend gab das Nachwuchsorchester der Jungen Sinfonie Reutlingen sein Herbstkonzert in der Stadthalle. Zugleich war es das erste Konzert unter der Leitung der jungen Schulmusikstudentin Maria Eiche. Sie hat im September ihren Vorgänger Konrad Heinz abgelöst.

Sanft schwebend steigen die Violinen in Pjotr Iljitsch Tschaikowskis »Elegie für Streicher in G-Dur« ein, begleitet von einem dynamischen Pizzicato der Celli. Dann hebt das Werk zu einem dramatischen Donnergrollen an, dem in der Interpretation der rund 70 Musiker im Alter von 12 bis 19 Jahren noch ein wenig der Schwung fehlt.

Mit umso mehr Schwung holen sie dafür die im Sommer versäumte Verabschiedung ihres bisherigen Dirigenten Konrad Heinz nach, der als frisch eingestellter Musiklehrer und Familienvater nun keine Zeit mehr für das Nachwuchsorchester hat. Eine Rose bekommt er überreicht, und weil er Großes geleistet hat, ist sie auch ganz besonders groß. Dann singt das Orchester gemeinsam mit dem Publikum eine Neufassung des bekannten Mozart-Kanons »Bona Nox«: »Lieber Konz! Wir bedanken uns! War ne coole Zeit, doch jetzt ist’s vorbei, Oh Nein! Ha’m geschwitzt, viel gelacht, und dich zur Verzweiflung gebracht. Heute Nacht singen wir dies Lied für dich, dass es kracht! Bleib gesund und werd nicht kugelrund!« Während Seifenblasen aus dem Orchester aufsteigen, sitzt der Ehemalige gerührt auf dem Dirigentenpult.
 

Unter neuer Leitung

Dieses hat nun Maria Eiche inne, die in Stuttgart Schulmusik studiert und seit dem Jahr 2008 Mitglied der Jungen Sinfonie ist. Für ihre neue Aufgabe hat sie sich vorgenommen, »dass die Jugendlichen Spaß am Spielen haben, dass sie mit Leidenschaft spielen«. Fehler zu vermeiden gehöre nicht um jeden Preis dazu. Dass sie damit auf dem richtigen Weg ist, zeigt sich an der Spielfreude der jungen Musiker im Konzert.

In Schumanns »Introduktion und Allegro appassionato« op. 92 tritt die junge Reutlinger Pianistin und Jugend-musiziert-Preisträgerin Isabelle Haas als Solistin auf. Mit ihrem weichen Anschlag und dem geschmeidigen Lauf ihrer Finger überzeugt sie von Anfang an. Ihr fehlerfreies Spiel harmoniert perfekt mit dem Orchester. Wie Rede und Gegenrede sind die Einsätze aufeinander abgestimmt. Wenn sich bei den Bläsern gelegentlich ein paar falsche Töne einschleichen, stört dies den Fluss des Stückes überhaupt nicht, womit sich zeigt, dass Maria Eiche völlig recht hat, wenn sie Spielfreude über Perfektion stellt.
 

Beethoven mit Schwung

Mit Beethovens erster Sinfonie steht ein selten gespieltes Frühwerk auf dem Programm – mit seiner an Mozart erinnernden Heiterkeit ist es gut geeignet für die jungen Künstler.

Die Musiker steigen zunächst noch etwas verhalten in die heiteren Melodiebögen des ersten Satzes ein, steigern sich dann aber zu beachtlichem Schwung. Schließlich gelingt ihnen ein schönes Wechselspiel zwischen Streichern und Bläsern, das sich zu einem kräftigen Schlussakkord steigert. (GEA)

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Herbstkonzert 2015

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Unsere Solistin für das Herbstkonzert 2015

Solistin Herbstkonzert 2015

- Isabelle Haas (Klavier): Konzertstück für Klavier und Orchester von Robert Schumann

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Herbstkonzert 2015

Herbstkonzert am 22. November 2015 um 19:00

Stadthalle Reutlingen - Großer Saal

Programm

Pyotr Tchaikovsky

                Elegy for String Orchestra

Robert Schumann

                Introduktion und Allegro appassionato (Konzertstück für Klavier und Orchester)

Ludwig van Beethoven

                Sinfonie Nr. 1, Op. 21

Leitung

Maria Eiche

Eintritt frei!

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